Wegen des Überangebots von Kalidüngern und wegen fallender Preise wird weltweit die Produktion herunter gefahren – auch K+S ist dabei

Pressemitteilung 31. März 2016 Werra-Weser-Anrainerkonferenz e.V.

Seit dem Jahre 2007 sind weltweit neue Kalivorkommen erschlossen worden. Die Abnehmerländer reagieren damit auf hohe und durch Preisabsprachen gestützte Preise für Kalidünger. Dazu gehören nicht nur Großkunden wie China und Indien, auch Schwellenländer wie Laos profitieren von moderns­ ter Technik made in Germany. Sie produzieren damit nicht nur günstiger als rückständigere Konkur­ renten, sie haben auch nicht mit Umweltproblemen zu kämpfen.

Daraus resultiert inzwischen eine Überproduktion von Kalidüngern und ein erheblicher Druck auf die Erzeugerpreise. Seit Dezember 2015 fahren deshalb die großen Kalihersteller ihre Produktion zurück, um so die hohen Kalipreise zu stützen. Der kanadische Hersteller PCS hatte sich von einer Übernah­me der K+S AG versprochen, mit gemeinsamer Kraft den Markt wieder beruhigen zu können. Dazu hätte gehören können, den Ausbau der neuen K+S-Mine „Legacy“ zu stoppen und damit die Überpro­duktion an Dünger einzudämmen. Die K+S-Standorte an Werra und Fulda hätten bei Modernisierung der Produktion von dem dortigen Vorteil des hohen Kaliumsulfatvorkommens profitieren können. Wäh­rend die Preise für Kaliumchloriddünger fallen, hat sich der Wert des Kaliumsulfats vervielfacht, die Nachfrage kann nicht gedeckt werden. Leider ist die Fusion zum größten Kalidünger-Hersteller ge­platzt und der Wert der K+S-Aktie hat sich in der Folge fast halbiert.

Auch K+S hat jetzt angekündigt, die Produktion in den Werken Hattorf und Unterbreizbach einzustel­len. Anders als die Konkurrenten begründet das Unternehmen die Produktionseinstellung nicht mit dem Preisverfall, sondern mit der eingeschränkten Möglichkeit, Abwässer in den Untergrund zu ver­pressen.

„Dabei kann es sich nur um einen verfrühten Aprilscherz handeln. Oder glaubt im Unternehmen tat­ sächlich jemand daran, man könne die Dünger-Überproduktion mit dem Verpressen von Abwässern beseitigen?“, so Dr. Walter Hölzel, Vorsitzender der Werra-Weser-Anrainerkonferenz. „Wer nicht in moderne Technik investiert und den Markt nicht zu verstehen scheint, der könnte bald über keinerlei Abwasser mehr verfügen“, so Hölzel weiter.

Es könnten nämlich bald noch weitere Herausforderungen auf das Unternehmen zukommen. Damit meinen wir nicht nur die Anklage wegen Gewässerverunreinigung, den Vorwurf der Aktenmanipulation und die Tatsache, dass die EU-Kommission die von dem Unternehmens gewünschten Entsorgungs-Szenarien als rechtswidrig ansieht.

Der europäische Bauern- und Genossenschaftsverband COPA/COGECA fordert nämlich von der EU- Kommission die Aufhebung von Zöllen und Antidumpingmaßnahmen auf Düngemittelimporte. Hinter­ grund ist ein neuer Bericht des International Food Policy Research Institute (IFPRI). Die europäischen Landwirte sind durch die Schutzzölle benachteiligt, sie könnten bei deren Wegfall von den billigeren und umweltfreundlicher produzierten Düngemitteln aus Übersee profitieren.

Dr. Walter Hölzel
Vorsitzender Werra-Weser-Anrainerkonferenz e.V. 05545-95 01 08
wwa.ev@web.de

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