Einheimische Bachforellen fördern – gemeinsame Wege gehen!

Ein Bericht über den FSV Unteres Schwarzatal.

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Das Fischsterben in der Königseer Rinne (OTZ vom 09.11.2016) hatte neben dem immensen Fischverlust noch einen sehr bitteren Beigeschmack, denn mit dem Verlust ging auch wertvolles Erbgut verloren.

Nach Aussagen des Vorsitzenden Werner Schumann lebte in der Rinne die autochthone Thüringer Bachforelle. Durch verschiedene Querbauwerke war eine Vermischung mit Besatzfisch aus Schwarza, bzw. Saale unmöglich.

Das Bruthaus wurde in den Jahren 1965-1968 erbaut. Gespeist wird die Anlage von der Braunsdorfer / Dittersdorfer Werre.

Im Herbst werden die Elterntiere elektrisch abgefischt und zum Bruthaus verbracht. Anfang November erfolgt das Streifen der Laicher in mehreren Etappen, die anschließend wieder in die Rinne frei gelassen werden. In Zusammenarbeit mit dem Veterinäramt des Landkreises SLF / RU werden die Eier auf Krankheiten untersucht. Mit der Abgabe der Brütlinge ist somit eine amtstierärztliche Bescheinigung auf Freiheit von IHN, VHS und IPN gegeben.

Zu den täglichen Aufgaben im Bruthaus gehören:

  • Kontrolle und Regulierung der Wassermengen in den Brutrinnen
  • Auslesen der unbefruchteten und verpilzten Eier
  • Absaugen von Sedimenten aus den Brutrinnen
  • Auslesen toter Brütlinge

Diese Aufgaben sind für die gesamte Brutzeit zu erledigen, die sich hier für 425-450 Tagesgrade bemisst. Der Schlupfzeitpunkt lässt sich mit Hilfe der Tagesgrade und der Wassertemperatur bestimmen (Tagesgrade geteilt durch Wassertemperatur ergibt die Brutdauer der Brütlinge). In der Regel liegt der Brutzeitpunkt Anfang bis Mitte März, analog den Gewässern der Bachforellenregion. Ein großer Vorteil für die gesetzten Brütlinge ist, dass im Gewässer ausreichend Nahrung schon zur Verfügung steht. Im Bruthaus werden keine künstlichen Futterzugaben gereicht. So ist eine bessere Überlebensrate gegeben.

Die Forellenbrutstation des FSV Unteres Schwarzatal e.V. ist von Oktober bis April in Betrieb. Dazu werden weitere Bruthäuser in Leutra und Meinigen betrieben.

Für die Mitgliedsvereine des VANT e.V. ist es selbstverständlich, die mühevoll aufgezogenen Brütlinge in den eigenen Gewässern auszusetzen.

Ich möchte mich bei allen Helfer und Spezialisten unserer Bruthäuser für die aufopferungsvolle Arbeit bedanken.

Petri Heil, Karsten Schmidt

Präsident

Forellenbrustation Werretal

Forellenbrustation Werretal

Forellenbrustation Werretal im Winter

Forellenbrustation Werretal im Winter

Zulauf Werrebach

Zulauf Werrebach

Staunlage mit Waaserfilter

Staunlage mit Waaserfilter

Staustufen

Staustufen

Hälterteich

Hälterteich

Elektrobefischung der Elterntiere

Elektrobefischung der Elterntiere

Abstreichen der Laichprodukte

Abstreichen der Laichprodukte

10 Mischen der Laichprodukte

10 Mischen der Laichprodukte

Spülen der befruchteten Bachforelleneier

Spülen der befruchteten Bachforelleneier

Langstromrinnen mit Brutkästen

Langstromrinnen mit Brutkästen

Einbringen der befruchteten Laichs in die Brutkästen

Einbringen der befruchteten Laichs in die Brutkästen

Termometer zum Ermitteln der Tagesgrade

Termometer zum Ermitteln der Tagesgrade

Einheimische Bachforellen fördern – gemeinsame Wege gehen!