Keine Salz-Obergrenzen mehr?

Der Bundesrat wird auf Antrag von Sachsen-Anhalt in den kommenden Wochen über eine deutliche Schwächung des Gewässerschutzes in deutschen Flüssen abstimmen. Der Antrag wird damit begründet, dass die Orientierungswerte bislang noch nicht ausreichend wissenschaftlich erforscht seien.

Nach Recherchen von Panorama 3 soll der Orientierungswert für Salz (Chlorid) in der Verordnung zum Schutz von Oberflächengewässern gestrichen werden. Damit wären dem Salzgehalt deutscher Flüsse in der Regel keine Grenzen gesetzt – auch beispielsweise in der verstärkt salzhaltigen Werra und Weser.

Quelle

Die Angelegenheit im Bundesrat sollte aufmerksam verfolgt werden. Die EU-Kommission wird sofort informiert werden. Dann wird wohl ihre Geduld am Ende sein und das Vertragsverletzungsverfahren an den Europäischen Gerichtshof übergeben. In der Wahrnehmung der EU-Wasserrahmenrichtlinie war und ist Sachsen-Anhalt schon immer etwas hinterher.

Am Wochenende fand unter Beteiligung von mehr als 100 Teilnehmern auch aus dem benachbarten Ausland die 13. Fachtagung „Fischartenschutz und Gewässerökologie“, organisiert von der AG Artenschutz, unserem Verband VANT und den Berufsfischern in Jena statt. Das IGB Berlin unter Leitung von Dr. Meinelt stellte im Rahmen einer Promotion Untersuchungsergebnisse zur Reproduktionstoxitität von Kaliabwässern bei Fischen unter den bisher für 2020 anvisierten Grenzwerten vor.

Diskussion

  • Erhöhte lonenkonzentrationen führen zu einem erhöhten loneneinstrom.
  • Ionenimbalanzen im Wasser führen zu Ionenimbalanzen im Embryo.
  • Embryonen sterben in Folge der Ionenkonzentration und -imbalanzen.
  • Pos und CIKMg weisen höhere Anzahlen an koagulierten Eiern auf.
  • 79 % schwer deformiert, 8 % unbefruchtet, nur 3% normal!
  • CIKMg 31% schwer deformiert, 35% unbefruchtet, 20% normal!
  • und CIKMg weisen die geringsten Anzahlen an befruchteten und sich entwickelnden Embryonen auf!
  • Die Effekte sind bei Embryonen weniger stark ausgeprägt als bei Larven.
  • Sensitivität der Larven ist am höchsten.

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Gerhard Kemmler

 

Keine Salz-Obergrenzen mehr