Vorkommnisse um den Stau Niedertrebra Juni 2019
Anträge gestellt und Gespräche geführt von Th. Klink und M. Geitner

14.06. Kontaktaufnahme mit Frau Dr. Sachs Veterinäramt LRA Weimarer Land
Grund „Gefahr im Verzug“ wegen niedrigem Pegelstand (ausbleibende Niederschläge)

19.06. Persönliches Gespräch mit Frau Dr. Sachs über einzuleitende Maßnahmen zur Rettung von Fischen, Muscheln und kleiner Wasserlebewesen.
Vorschlag des Angelvereins Niedertrebra : Wöchentlich 30.000 Liter Wasser zur Stabilisierung des Wasserstandes einbringen. Agrargenossenschaft bietet sofortige Unterstützung an. Notfalls müssen so viele wie möglich Fische elektrisch abgefischt werden. Die Amtstierärztin unterstützt die Vorschläge im vollem Umfang. Will sich um alles Kümmern um die Maßnahmen einzuleiten.

21. 06. 10:47 Uhr Anruf von Frau Dr. Sachs. Wir sollen uns die Genehmigung zur Wasserentnahme aus der Ilm bei der Unteren Wasserbehörde holen .

11:10 Uhr Vorsprechen bei der Unteren Wasserbehörde. Die Mitarbeiterin kann das nicht entscheiden. Hat uns aber Antragsformulare gegeben um den Antrag vorbereiten zu können Termin Dienstag 25.06. 7:15 Uhr bei Herrn Stetter ausgemacht.
Sofortiges Aufsuchen der Agrargenossenschaft Niedertrebra.
Unterstützung wurde nochmals bekundet. Der Antrag ausgefüllt. Immer mit dem Vermerk „Gefahr im Verzug“ .

24.06. Vorfristige Einreichung des Antrages bei der Unteren Wasserbehörde Herrn Stetter. Nochmaliges Erklären der bevorstehenden Gefahr. Bitte um sofortige Genehmigung. Diese wurde von Herrn Stetter verweigert. Der Fall muss erst geprüft werden und von mehreren Ämtern zugestimmt werden. Da er demnächst im Urlaub ist wird das Verfahren ca. 4 Wochen in Anspruch nehmen.

25.06. mehrere Telefonate mit Frau Dr. Sachs und Herrn Stetter durch unser Vorstandsmitglied Manfred Geitner ohne Erfolg
Nachmittags Aufsuchen der Unteren Fischereibehörde zum Beantragen einer Notabfischung Verweis auf die Zuständigkeit der Oberen Fischereibehörde.

Frau Depner vom LRA Weimarer Land war so freundlich uns bei der Antragsformulierung zu unterstützen. Hat den Antrag auch sofort nach Erfurt weitergeleitet.

26.06. 8:32 Vorabgenehmigung zur Elektrofischerei von TMIL, Frank – Christian Tübbike. Mail liegt vor !Weitergeleitet an Karsten Schmidt
Nachmittags Lufttemperatur in Niedertrebra 38 °C beginnendes Fischsterben
Der gesamte Hecht-bestand 27 Stk. und teilweise der Weißfisch Bestand verendete Masse ca. 100 kg . Sofortige Entnahme der verendeten Fische durch unser Vereinsmitglieder aus dem Gewässer um ein weiteres Fischsterben aufgrund von Verwesung zu verhindern.

27.06. Vormittags Kontaktaufnahme mit Thüringer Fernwasser um die Fische eventuell über den Grundablass zu retten. Die Sache muss geprüft werden . 14:43 Uhr Rückruf aus EF, geht klar Freitag 8°° Uhr wird der Grundablass geöffnet. 15:10 Uhr Zurücknahme der Zusage. Grund Widerspruch durch das LRA ( vermutlich UNB )

28.06. Kontakt zu Thüringen Fernwasser. Info Weitergabe des Abfischens.
Kontrolle vor Ort durch Fernwasser. Hinweis auf geschützte Muscheln. Karsten Schmidt schickt Mail an Landrätin Frau Schmidt – Rose. ( liegt vor ) Keine Reaktion von Seiten des Landratsamtes.
19 Uhr MDR Thüringen das Fernsehen berichtet ganz kurz über die Situation.

29.06. Nach Absprache mit Karsten Schmidt wird 9:19 Uhr die Notrufleitstelle angerufen. Es erfolgte eine Verbindung zum Bereitschaftsdienst des Umweltamtes.
Ausgerechnet Herr Stetter. Es wird eindringlichst auf ein bevorstehendes Artensterben hingewiesen. Herr Stetter sieht keinen Handlungsbedarf !!!

Die Angelfreunde Geitner, Halusa und Heyland unseres Vereins verfolgen das Gespräch als Zeugen
Nach nochmaligen Gespräch mit Karsten Schmidt erfolgte 10:35 Uhr ein zweiter Anruf bei der Notrufleitstelle. Das Gespräch muss Aufgezeichnet werden. Auch die Weiterleitung an das Umweltamt. Herr Stetter wird aufgefordert umgehend Maßnahmen einzuleiten um 50.000 Liter Wasser ins Gewässer zu bekommen. Rechtliche Schritte werden angedroht. Herr Stetter bleibt bei seiner Haltung.

Kontaktaufnahme zur Feuerwehr Niedertrebra. Bei nochmaligen Einsetzens eines Fischsterbens wird die Leitstelle informiert und sollte Alarm ausrufen so das die Feuerwehr ausrücken und Kameraden aus Apolda anfordern kann

Wie konnte es so weit kommen ?

Das Gewässer wird als Herrenlos bezeichnet, da kein Wasserrecht vorliegt.
In Thüringen gibt es 60 Stück dieser Gewässer.
Die Thüringer Landesgesellschaft für Umwelt und Geologie verwaltet die Gewässer. Für die Betreuung ist die Thüringener Fernwasser zuständig.
Von diesen Speichern geht eine Gefahr aus ???
Daher muss der Grundablass funktionieren.
Dabei werden alle Gewässer über den selben Kamm gezogen.
Es erfolgte nie eine individuelle Bewertung am Gewässer.
Erst im monatlichen- später im 14-tägigen Rhythmus wurde Wasser abgelassen um den Grundablass zu spülen. Pro Spülung gingen in letzter Zeit sicher 10 m3 Wasser verloren. Bei früheren Spülungen wesentlich mehr. Hochgerechnet aufs letzte Jahr wurden min. 260 m3 abgelassen, obwohl anfangs kaum und später gar kein Zulauf mehr da ist.
Jetzt wo die Kacke am dampfen ist sollen wir Angler dafür gerade stehen und uns um Fische und Muscheln kümmern, da wir die Hege und Pflege flicht haben.
Und das ohne Unterstützung von Amtsseiten.
Wie soll das ein kleiner Verein stemmen.
Hier wird das Ehrenamt von staatlicher Seite mit Füßen getreten.,

Thomas Klink
1. Vorsitzender Angelverein Niedertrebra

Ehrenamt an seinen Grenzen
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